Zweite Hochzeit mit dem Segen der Kirche

Veröffentlicht am: Dienstag, 26. Juli 2011 von Ulrike Luecke-Bongartz in: Allgemein

Katholiken können hoffen – Reformeifer der Kirche nimmt auch folgenschwere 2. Heirat Geschiedener ins Visier

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Dialog- und Erneuerungsprozess angestoßen, der zur Zeit – und die nächsten 4 Jahre – in allen Diozösen gleichzeitig läuft und sich auch mit dem heiklen Thema der Folgen für geschiedene Katholiken nach neuerlicher Heirat beschäftigt.

Katholiken haben bekanntlicherweise das Problem, dass sie exkommuniziert werden, also nicht mehr an der Eucharistiefeier teilnehmen dürfen, wenn sie geschieden sind und sich wieder neu verheiraten. Diesem Strafverfahren soll nun, ginge es nach einer großen Anzahl kirchlicher Gemeinderäte in Deutschland, am liebsten ein Ende gemacht werden.

Immer öfter kommt es vor, dass Menschen nicht nur zweimal, sondern sogar dreimal heiraten und natürlich liegt es auf der Hand, dass dann auch der Kirchenaustritt nicht nur in Erwägung gezogen wird, wenn man sowieso nicht mehr an der Eucharistiefeier teilnehmen darf. Zwar sollte jeder wissen, der sich als Katholik kirchlich verheiratet, dass die kirchliche Eheschließung bei den Katholiken mit dem Sakrament der Ehe verbunden ist. Was bedeuten soll, dass Gott selber der Beschützer dieser Ehepartner ist und auch den Glauben an die Heil bringende Wirkung voraussetzt.

Anders ausgedrückt „bezeichnet man in der christlichen Theologie das Sakrament als einen Ritus, der als sichtbares Zeichen beziehungsweise als sichtbare Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes bewirkt, sie vergegenwärtigt und an ihr Anteil gibt.“ (Wikipedia) Von daher ist es auch verständlich, dass die Kirche nicht so ohne weiteres einfach die Bedeutung dieser Handlung auf den nächsten Partner übertragen lassen will. Immerhin heißt es: „was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“.

Aber die Zeiten ändern sich und auch die katholische Kirche ist als Institution gefährdet, wenn immer mehr Menschen austreten, weil sie sich in ihrem heutigen Dasein nicht mehr von ihr zeitgemäß vertreten fühlen.

So können wir denn nur hoffen, dass es den Bischöfen gelingt, dieses Anliegen in Rom so vorzutragen, dass auch für diesen Punkt eine andere Praxis auf die Dauer möglich gemacht wird. Denn noch immer wünschen sich die viele Ehepaare, die kirchlich heiraten, dass Gott ihre Ehe beschützen möge und kaum jemand denkt zu diesem Zeitpunkt schon wieder an ein Auseinandergehen, geschweige denn an einen nächsten Ehemann oder eine nächste Ehefrau.