Hochzeit Gedichte

Veröffentlicht am: Montag, 31. Oktober 2011 von admin in:

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GEDICHTE

Hochzeitsgedichte haben eine lange Tradition.

Ob nun selbst geschrieben und individuell auf das Brautpaar zugeschnitten oder klassische Gedichte zu Hochzeit und Liebe allgemein.

 

Keine Hochzeit kommt ohne das eine oder andere Gedicht aus. Für viele ist die Hochzeitspoesie ist eines der emotionalen Grundelemente einer romantischen Hochzeit. Allerdings ist die Auswahl an schönen Gedichten ist schier unüberschaubar, was die Auswahl nicht einfach macht. Das Internet bietet uns heute allerdings die Möglichkeit, sich der Sache recht unkompliziert zu nähern und aus einer großen Bandbreite an Poesie, schnell und einfach ein passendes Hochzeitgedicht zu finden. Ob nun klassisch oder modern für jeden Geschmack und jeden Rahmen gibt es das richtige. Am schönsten ist es wohl ein auf das Brautpaar zugeschnittenes Gedicht selber zu schreiben, befindet man sich damit doch in der erlauchten Gesellschaft großer Dichter, wie Johannes Wolfgang von Goethe, Wilhelm Busch oder Theodor Storm, welche sich höchst selbst schon an dem Thema versuchten.

 

Ist an einem selber nun kein Dichter verloren gegangen und wünscht sich trotzdem ein individuelles Gedicht zu präsentieren, so besteht die Möglichkeit dieses bei einem professionellen Reden- und Gedichte- Schreiber in Auftrag zu geben. Es kann, bei fehlender lyrischer Begabung, auch hilfreich sich mit Freunden zusammen zu setzen um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.  Egal ob selbst geschriebenene Gedichte, Auftragsarbeit, oder Klassiker, es sollte zum Brautpaar passen und im besten Fall auch einen Bezug zu Lebenssituation, dem Kennen lernen, anderen privaten und emotionalen Umständen oder auch dem Umfeld haben.
Von daher ist ein intensives Brainstorming meist unerlässlich, soll das Gedicht bei Hochzeitspaar und Hochzeitsgesellschaft gut ankommen.

Wilhelm Busch

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.
Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.
Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.
Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt
Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

 

Eduard Mörike (1830)

An die Geliebte
Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,dann hör ich recht die leisen AtemzügeDes Engels, welcher sich in dir verhüllt. Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge,
Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt? Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen. Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf – da lächeln alle Sterne;
Ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen.

Tiek

Liebe denkt in süssen Tönen,Denn Gedanken stehn zu fern,
Nur in Tönen mag sie gernAlles, was sie will,
verschönen.Wenn im tiefen Schmerz verlorenAlle Geister in mir klagen,
Und gerührt die Freunde fragen:»Welch ein Leid ist dir geboren?
«Kann ich keine Antwort sagen,Ob sich Freuden wollen finden,
Leiden in mein Herz gewöhnen, Geister,
die sich liebend bindenKann kein Wort niemals verkünden,
Liebe denkt in süssen Tönen.Warum hat Gesangessüsse
Immer sich von mir geschieden?
Zornig hat sie mich vermieden,Wie ich auch die Holde grüße.
So geschieht es, daß ich büße,Schweigen ist mir vorgeschrieben,
Und ich sagte doch so gernWas dem Herzen sei sein Lieben.

Erich Kästner

Modernes Märchen
Sie waren so sehr ineinander verliebt,
wie es das nur noch in Büchern gibt.
Sie hatte kein Geld. Und er hatte keins.
Da machten sie Hochzeit und lachten sich eins.
Er war ohne Amt. So blieben sie arm.
Und speisten zweimal in der Woche warm.
Er nannte sie trotzdem: „Mein Schmetterling“.
Sie schenkte ihm Kinder, so oft es nur ging.
Sie wohnten möbliert und waren nie krank.
Die Kinder schliefen im Kleiderschrank.
Zu Weihnachten malten sie kurzerhand
Geschenke mit Buntstiften an die Wand.
Und aßen Brot, als wär’s Konfekt,
und spielten: Wie Gänsebraten schmeckt.
Dergleichen stärkt wohl die Phantasie.
Drum wurde der Mann, blitzblatz! ein Genie.
Schrieb schöne Romane. Verdiente viel Geld
und wurde der reichste Mann auf der Welt.
Erst waren sie stolz. Doch dann tat’s ihnen leid,
denn Reichtum schadet der Heiterkeit.
Sie schenkten das Geld einem Waisenkind.
Und wenn sie nicht gestorben sind

Erich Kästner

Modernes Märchen
Sie waren so sehr ineinander verliebt,
wie es das nur noch in Büchern gibt.
Sie hatte kein Geld. Und er hatte keins.
Da machten sie Hochzeit und lachten sich eins.
Er war ohne Amt. So blieben sie arm.
Und speisten zweimal in der Woche warm.
Er nannte sie trotzdem: „Mein Schmetterling“.
Sie schenkte ihm Kinder, so oft es nur ging.
Sie wohnten möbliert und waren nie krank.
Die Kinder schliefen im Kleiderschrank.
Zu Weihnachten malten sie kurzerhand
Geschenke mit Buntstiften an die Wand.
Und aßen Brot, als wär’s Konfekt,
und spielten: Wie Gänsebraten schmeckt.
Dergleichen stärkt wohl die Phantasie.
Drum wurde der Mann, blitzblatz! ein Genie.
Schrieb schöne Romane. Verdiente viel Geld
und wurde der reichste Mann auf der Welt.
Erst waren sie stolz. Doch dann tat’s ihnen leid,
denn Reichtum schadet der Heiterkeit.
Sie schenkten das Geld einem Waisenkind.
Und wenn sie nicht gestorben sind

Erich Kästner

Als sie sich 8 Jahre kannten
(man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten Stock und Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse als ob nichts sei.
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. –
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Liebeslied - Rainer Maria Rilke

Wie soll ich meine Seele halten,
daß sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie hinheben
über dich
zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie
bei irgendwas Verlorenem
im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle,
die nicht weiterschwingt,
wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles,
was uns anrührt,
dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
Oh – süßes Lied …

Gleich & Gleich - Johann Wolfgang von Goethe

Ein Blumenglöckchen
Vom Boden hervor
War früh gesprosset
In lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
Und naschte fein –
Die müssen wohl beide
Für einander sein.

Franz Grillparzer

Was Irdischem gehört,
wird durch die Zeit zerstört;
was Edlem sich geweiht,
verschönt, verklärt die Zeit.
So vor fünfundzwanzig Jahren
standet ihr am Traualtar,
und der Zukunft Tage waren
euch und anderen noch nicht klar.
Aber heut im Freundeskreise
schaut ihr zurück auf eure Reise,
für das Ziel, das nicht mehr Schein,
stehen Kind und Enkel ein.
Der Lieb Melodienschatz,
er wechselt wie im Fluge,
die Ehe bleibt im gleichen Satz,
ihr wird die Zeit nur Fuge.

Immanuel Kant

Ein ernstlich Verliebter ist in Gegenwart seiner Geliebten
verlegen, ungeschickt und wenig einnehmend.

Immanuel Kant

Der Mond ging unter – jetzt ist’s Zeit. –
Der Bräut’gam steigt vom Roß,
Er hat so lange schon gefreit –
Da tut sich auf das Schloß,
Und in der Halle sitzt die Braut
Auf diamantnem Sitz,
Von ihrem Schmuck tut’s durch den Bau
Ein’n langen roten Blitz. –
Blass‘ Knaben warten schweigend auf,
Still‘ Gäste stehn herum,
Da richt’t die Braut sich langsam auf,
So hoch und bleich und stumm.
Sie schlägt zurück ihr Goldgewand,
Da schauert ihn vor Lust,
Sie langt mit kalter, weißer Hand
Das Herz ihm aus der Brust.

Georg Christoph Lichtenberg

Die Ausdrücke „Herz verschenken“, „Gunst verschenken“
sind poetische Blümchen. Kein Mädchen schenkt ihr Herz weg;
sie verkauft es entweder für Geld oder Ehre oder vertauscht es
gegen ein anderes, wobei sie Vorteil hat oder doch zu haben glaubt.

Verlobungszeit - Johann Wolfgang von Goethe

Verlobungszeit ist die schönste Zeit;
Liebe wächst und Gemeinsamkeit.
Wir wünschen, dass ihr stets findet,
was immer fester Euch zusammenbindet!

Freudvoll und leidvoll - Johann Wolfgang von Goethe

Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein,
langen und bangen in schwebender Pein,
himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt-
glücklich allein ist die Seele, die liebt.

Es ist der Liebe heil’ger Götterstrahl - Friedrich Schiller

Es ist der Liebe heil’ger Götterstrahl,
welcher die Seele schlägt und zündet,
wenn sich Verwandtes zu Verwandtem findet.
Da nützt kein Widerstand und keine Wahl,
es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.

Magst du zweifeln - William Shakespeare

Magst du zweifeln, dass die Sterne glühen,
magst du zweifeln, dass die Sonne sich bewegt,
magst die Wahrheit du für Lüge halten,
zweifle aber niemals an der Liebe!

Selig durch die Liebe - Friedrich Schiller

Selig durch die Liebe
Götter- durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer- die Erde
Zu dem Himmelreich.Selig durch die Liebe

Denn wo das Strenge mit dem Zarten - Friedrich Schiller

Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
wo starkes sich und mildes paarten,
da gibt es einen guten Klang.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Dass nimmer trübe Ungemach - Theodor Storm

Dass nimmer trübe Ungemach,
dass fern euch bleibe Not und Schmach,
dass ihr nie eine Träne weint,
dass stets in der Liebe ihr vereint,
dass stets ihr aller Sorgen bar,
das wünsch ich dem  verlobten Paar!

Georg Christoph Lichtenberg

Die Ausdrücke „Herz verschenken“, „Gunst verschenken“
sind poetische Blümchen. Kein Mädchen schenkt ihr Herz weg;
sie verkauft es entweder für Geld oder Ehre oder vertauscht es
gegen ein anderes, wobei sie Vorteil hat oder doch zu haben glaubt.

Johann Wolfgang von Goethe

Auch allen künftigen Stunden,
nicht heut dem Tag allein,
soll dieser Segensspruch
von uns geweihet sein.
Ihr seid nun eins, ihr beide,
und wir sind mit euch eins.
Trinkt auf der Freude Dauer
ein Glas des echten Weins!
Und bleibt zu allen Zeiten
einander zugekehrt,
durch Streit und Zwietracht werde
nie euer Bund gestört.

Friedrich Hebbel (1813-1863)

Wir träumten von einander und sind davon erwacht,
Wir leben, um uns zu lieben, und sinken zurück in die Nacht.
Du tratest aus meinem Traume, aus deinem trat ich hervor,Wir sterben, wenn sich eines im andern ganz verlor.
Auf einer Lilie zittern zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in eins und rollen hinab in des Kelches Grund.

Was die Liebe sagt - Erich Fried

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Wilhelm Busch

O wie lieblich, o wie schicklich,
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Leute, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Aber von Geschlecht verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre
Dazu nötigen Papiere
So wie auch die Haushaltsachen
Endlich mal in Ordnung machen
Und in Ehren und beizeiten
Hin zum Standesamte schreiten,
Wie es denen, welche lieben,
Vom Gesetze vorgeschrieben,
Dann ruft jeder freudiglich:
„Gott sei Dank, sie haben sich!“

Wilhelm Busch (1832-1908)

Viel Freude macht…
Viel Freude macht, wie männiglich bekannt,
für Mann und Weib der heilige Ehestand!
Und lieblich ist es für den Frommen,
der die Genehmigung dazu bekommen,
wenn er sodann nach der üblichen Frist
glücklicher Vater und Mutter ist.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Du wirst im Ehstand viel erfahren,
was dir ein halbes Rätsel war,
bald wirst du aus Erfahrung wissen,
wie Eva einst hat handeln müssen,
dass sie hernach den Kain gebar.
Doch, Schwester, diese Ehstandspflichten,
wirst du von Herzen gern verrichten,
denn glaube mir, sie sind nicht schwer.
Doch jede Sache hat zwo Seiten:
Der Ehstand bringt zwar viele Freunden,
allein auch Kummer bringet er;
drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen,
die du nicht glaubtest zu verdienen,
in seiner üblen Laune macht,
so denke, das ist Männergrille
und sag: Herr, es gescheh dein Wille
bei Tag – und meiner bei der Nacht.

Unbekannt

Alte Weisheit aus Asien Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt von aller Freude,
Seh‘ ich ans Firmament nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt, ist in der Weite. Es schwindelt mir, es brennt mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!

Johann Wolfgang von Goethe

Nun dappelt’s und rappelt’s und klappert’s im Saal
Von Bänken und Stühlen und Tischen,
da will nun jeder am festlichen Mahl
sich neben dem Liebchen erfrischen;
sie tragen die Würste, die Schinken so klein
und Braten und Fisch und Geflügel herein;
es kreist beständig der köstliche Wein.
Das toset und koset so lange,
verschwindet zuletzt mit Gesange. –

Und sollen wir singen, was weiter geschehn,
so schweige das Toben und Tosen!
Denn was er, so artig, im kleinen gesehn,
erfuhr er, genoß er im großen.
Trompeten und klingender, singender Schall,
und Wagen und Reiter und bräutlicher Schwall,
sie kommen und zeigen und neigen sich all,
unzählige, selige Leute.
So ging es und geht es noch heute.

Johann Wolfgang von Goethe

Auch allen künftigen Stunden,
nicht heut dem Tag allein,
soll dieser Segensspruch
von uns geweihet sein.
Ihr seid nun eins, ihr beide,
und wir sind mit euch eins.
Trinkt auf der Freude Dauer
ein Glas des echten Weins!
Und bleibt zu allen Zeiten
einander zugekehrt,
durch Streit und Zwietracht werde
nie euer Bund gestört.

Cäsar Flaischlen

Wenn, wie ihr, zwei sich haben wirklich gern,
dann steht auch ihre Ehe unter einem guten Stern.
Wir wünschen euch jedenfalls nur Sonne
und nach jedem Wölkchen wieder Wonne!

Zeiten gibt es, da des Glücks zuviel,
und Zeiten, da es zu wenig.
Tage gibt es, da du Bettler bist,
und Stunden, in denen du König.

Volksmund

Braut und Bräutigam küssen sich,
andre Leute wissen´s nicht.
Braut und Bräutigam vertragen sich,
andre Leute schlagen sich.

Lady Astor

Viele Männer heiraten, um eine bestimmte Frau zu vergessen.
Dann laufen sie anderen Frauen nach, um die Frau zu vergessen,
die sie geheiratet haben.

Joseph von Eichendorff

Durch des Meeresschlosses Hallen
Auf bespültem Felsenhang,
Weht der Hörner festlich Schallen;
Froher Hochzeitgäste Drang,
Bei der Kerzen Zauberglanze,
Wogt im buntverschlungnen Tanze.

Aber an des Fensters Bogen,
Ferne von der lauten Pracht,
Schaut der Bräut’gam in die Wogen
Draußen in der finstern Nacht,
Und die trunknen Blicke schreiten
Furchtlos durch die öden Weiten.

„Lieblich“, sprach der wilde Ritter
Zu der zarten, schönen Braut,
„Lieblich girrt die sanfte Zither –
Sturm ist meiner Seele Laut,
Und der Wogen dumpfes Brausen
Hebt das Herz in kühnem Grausen.

Ich kann hier nicht müßig lauern,
Treiben auf dem flachen Sand,
Dieser Kreis von Felsenmauern
Hält mein Leben nicht umspannt;
Schönre Länder blühen ferne,
Das verkünden mir die Sterne.

Du mußt glauben, du mußt wagen,
Und, den Argonauten gleich,
Wird die Woge fromm dich tragen
In das wunderbare Reich;
Mutig streitend mit den Winden,
Muß ich meine Heimat finden!

Siebst du, heißer Sehnsucht Flügel,
Weiße Segel dort gespannt?
Hörst du tief die feuchten Hügel
Schlagen an die Felsenwand?
Das ist Sang zum Hochzeitsreigen –
Willst du mit mir niedersteigen?

Kannst du rechte Liebe fassen,
Nun so frage, zaudre nicht!
Schloß und Garten mußt du lassen
Und der Eltern Angesicht –
Auf der Flut mit mir alleine,
Da erst, Liebchen, bist du meine!“

Schweigend sieht ihn an die milde
Braut mit schauerlicher Lust,
Sinkt dem kühnen Ritterbilde
Trunken an die stolze Brust:
„Dir hab ich mein Los ergeben,
Schalte nun mit meinem Leben.“

Und er trägt die süße Beute
Jubelnd aus dem Schloß aufs Schiff,
Drunten harren seine Leute,
Stoßen froh vom Felsenriff;
Und die Hörner leis verhallen,
Einsam rings die Wogen schallen.

Wie die Sterne matter blinken
In die morgenrote Flut,
Sieht sie fern die Berge sinken,
Flammend steigt die hehre Glut,
Überm Spiegel trunkner Wellen
Rauschender die Segel schwellen.

Monde steigen und sich neigen,
Lieblich weht schon fremde Luft,
Da sehn sie ein Eiland steigen
Feenhaft aus blauem Duft,
Wie ein farb’ger Blumenstreifen –
Meerwärts fremde Vögel schweifen.

Alle faßt ein freud’ges Beben –
Aber dunkler rauscht das Meer,
Schwarze Wetter schwer sich heben,
Stille wird es ringsumher,
Und nur freudiger und treuer
Steht der Ritter an dem Steuer.

Und nun flattern wilde Blitze,
Sturm rast um den Felsenriff,
Und von grimmer Wogen Spitze
Stürzt geborsten sich das Schiff.
Schwankend auf des Mastes Splitter,
Schlingt die Braut sich um den Ritter.

Und die Müde in den Armen,
Springt er abwärts, sinkt und ringt,
Hält den Leib, den blühend warmen,
Bis er alle Wogen zwingt,
Und am Blumenstrand gerettet,
Auf das Gras sein Liebstes bettet.

„Wache auf, wach auf, du Schöne!
Liebesheimat ringsum lacht,
Zaubrisch ringen Duft und Töne,
Wunderbarer Blumen Pracht
Funkelt rings im Morgengolde –
Schau um dich! wach auf, du Holde!“

Aber frei von Lust und Kummer
Ruht die liebliche Gestalt,
Lächelnd noch im längsten Schlummer,
Und das Herz ist still und kalt,
Still der Himmel, still im Meere,
Schimmernd rings des Taues Zähre.

Und er sinkt zu ihr vor Schmerzen,
Einsam in dem fremden Tal,
Tränen aus dem wilden Herzen
Brechen da zum erstenmal,
Und vor diesem Todesbilde
Wird die ganze Seele milde.

Von der langen Täuschung trennt er
Schauernd sich – der Stolz entweicht,
Andre Heimat nun erkennt er,
Die kein Segel hier erreicht,
Und an echten Schmerzen ranken
Himmelwärts sich die Gedanken.

Scharrt die Tote ein in Stille,
Pflanzt ein Kreuz hoch auf ihr Grab,
Wirft von sich die seidne Hülle,
Leget Schwert und Mantel ab,
Kleidet sich in rauhe Felle,
Haut in Fels sich die Kapelle.

Überm Rauschen dunkler Wogen
In der wilden Einsamkeit,
Hausend auf dem Felsenbogen,
Ringt er fromm mit seinem Leid,
Hat, da manches Jahr entschwunden,
Heimat, Braut und Ruh gefunden. –

Viele Schiffe drunten gehen
An dem schönen Inselland,
Sehen hoch das Kreuz noch stehen,
Warnend von der Felsenwand;
Und des strengen Büßers Kunde
Gehet fromm von Mund zu Munde.

Gedichte zum Hochzeitstag

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

Was das für ein Gezwitscher ist!
Durchs Blau die Schwalben zucken
und schrei’n: „Sie haben sich geküßt!“,
vom Baum Rotkehlchen gucken.
Der Storch stolziert von Bein zu Bein;
„Da muß ich fischen gehen -“
der Abend wie im Traum darein
schaut von den stillen Höhen.
Und wie im Traume von den Höhen
seh ich Nachts meiner Liebsten Haus,
die Wolken darüber gehen
und löschen die Sterne aus.

Johann Wolfgang von Goethe

Ihr seid nun eins, ihr beide, und wir sind mit euch eins.
Trinkt auf der Freude Dauer ein Glas des guten Weins.
Und bleibt zu allen Zeiten einander zugekehrt,
durch Streit und Zwietracht werde nie euer Bund gestört.

Glück und Traum - Johann Wolfgang von Goethe

Du hast uns oft im Traum gesehen
zusammen zum Altare gehen,
und dich als Frau, und mich als Mann.
Oft nahm ich wachend deinem Munde,
in einer unbewachten Stunde,
So viel man Küsse nehmen kann.

Gedichte zur Silberhochzeit

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Es ist doch so, als ob es war:
Man hätte einmal es versucht.
Und heute: Eure Ehe bucht
Euch silbern 25 Jahr.

Nun, wie ein scheuer Schmetterling,
Huscht die Erinnerung vorbei.
Wie es im Einzelnen verging,
Das ist das Wissen in Euch zwei.

Die Zwei, die wuchs und sich verwob
Zu einer Freundschaft frei und treu,
und täglich mehr und täglich neu
Ins Abgeklärte sich erhob.

Wenn Ihr aus allen Fenstern schaut,
seht Ihr, was Fleiß sich Stück für Stück
Erkämpft hat oder ausgebaut. –
Und Kinder teilen dieses Glück.

In gute Zeit, in frohe Zeit –
So wünschen wir – zieht lustreich hin!
Nachdenklich stille Dankbarkeit
Sei weiter Eure Führerin.

Kindergedicht zur Silberhochzeit - Volksmund

 / Von einem Enkelkind zu sprechen /

Ich bin klein, mein Wunsch ist klein:
Das Silberpaar soll glücklich sein.
Was wir heut mit Silber kränzen,
möge einst im Golde glänzen!

Kindergedicht zur Silberhochzeit - Bettina Ulrici

 / Von einem Enkelkind zu sprechen /

Meinen Eltern bringe ich heute silbern meine Wünsche dar.
Ach, wie siehts in eurem Haus heute doch so festlich aus!
Fünfundzwanzig lange Jahre seid ihr nun schon treu vereint.
Daß euch stets die Sonne scheint, so wie sie´s bisher getan,
daß in eurem fern´ren Leben niemals mög es Wolken geben,
diesen Wunsch nehmt von mir an!

Gedichte zur Goldhochzeit

Unbekannt

Wenn die Hochzeitsglocke läutet
hör‘ ich immer gerne zu,
denn ich weiß ihr Klang bedeutet:
Heut ist „Lebensrendezvous“.
Grüne Hochzeit feiern viele,
silberne gibt es auch im Land,
doch zum fünfzigjährigen Ziele
sind die wenigsten im Stand.
Fünfzig Jahre Eheleben
fest vereint in Glück und Leid,
immer nur das Beste geben,
ist schon keine Kleinigkeit.
Was ihr beide nun vollendet,
liebes Jubelehepaar,
hat der Herrgott euch gespendet
als sein Treue-Honorar.
Gab es auch manch schwere Stunde

Franz Grillparzer

Golden, silbern, eisern, ehern
nennt die Alter man der Welt,
und zum Mindern von dem Höhern
schreitet fort sie, wird erzählen.
Doch der Mensch in unsern Tagen
sieht die Alter sich verkehrt:
Jugend, die schon Sorgen plagen,
zeigt nur eisern ihren Wert.
Erzgewappnet geht das Leben,
selbst die Liebe wird zum Streit,
und dem stets erneuten Streben
liegt der Ruhe Glück so weit.
Erst nach durchgekämpften Jahren
lacht das Schicksal wieder hold,
und ,it Silber in den Haaren
wird die Zeit, die Ehe – Gold.