Hochzeit von Opel und Magna

Veröffentlicht am: Dienstag, 2. Juni 2009 von Ulrike Luecke-Bongartz in: Allgemein

Opel endlich unter der Haube? Magna macht das Rennen mit Hilfe russischer Mitgift

Zwar ist das Jawort noch nicht offiziell besiegelt, aber die Familien sind sich doch weitgehend einig und „den letzten Schliff“ bekommt der Ehevertrag zwischen Opel und Magna in diesen Stunden hoffentlich jetzt auch noch in Berlin.

Selten hat es im – dieses Mal gar nicht so grünen – Medien-Blätterwald über eine Heirat so viel Wirbel und Aufregung gegeben und haben so viele Fachleute darüber gewacht, dass die Braut nicht in falsche Hände gerät. 25.000 „Anverwandte“ haben gezittert, ob sich überhaupt jemand findet, der die angeschlagene Braut mit den amerikanischen Verwandtschaftsverhältnissen trotz deutscher Herkunft, deutschem Lebensmittelpunkt und europäischer Residenzen noch vermählen lässt.

Es ist nämlich so, dass sich der bisherige „Alleinverdiener“ in den USA ganz schön in finanzielle und auch andere Schwierigkeiten gebracht hat und damit die deutsche Tochter Opel und ihre nächsten Verwandten im europäischen Umland fast zum Verschwinden aus der solventen Wirtschaftswelt gezwungen hätte.

Der Deutschen liebstes Kind ist immer noch das Auto, wenn auch nicht mehr ganz so sehr, wir noch vor der Wirtschaftskrise. Zudem ist die Zahl der von der Automobilindustrie abhängigen Arbeitsplätze nebst zu versorgender Familienangehöriger auch jetzt noch so beträchtlich, dass sich die Regierung in Berlin nicht getraut hat, Opel einfach untergehen zu lassen – oder man wohlmöglich und noch schlimmer – in falsche Hände gekommen wäre.

Freuen wir uns also über jedes Schicksal, dessen „ungemütlicher Aufprall“ durch die neue Verbindung nun erst einmal abgefangen wird, und hoffen wir alle miteinander, dass sich erst recht bei uns – und in Russland im Besonderen – bald wieder wirtschaftliche Zustände einstellen, die es dann auch in der ehemaligen Sowjetunion einer breiten Autofahrergeneration ermöglichen, sich ein solches Auto zu europäischen Preisen leisten zu können.

Brauchbare Straßen bekommt man sicher schneller hergestellt als solide wirtschaftliche Verhältnisse, aber wie heißt es auch hier so richtig? „Eine Reise fängt immer mit den ersten Schritten an!“ Der erste große Schritt von Opel mit Magna ist nun hoffentlich auch bald so vollzogen, dass es kein Zurück mehr gib. Und vielleicht werden ja bald ganz viele Russlanddeutsche Opel kaufen. Liebt es doch die sentimentale Russische Seele sehr, gebraucht zu werden und ein gutes Werk zu tun, auch wenn sie mittlerweile im Westen beheimatet ist.