Heiraten im Aachener Dom

Veröffentlicht am: Dienstag, 17. Januar 2012 von Administrator in: Uncategorised

 

Text Ulrike Luecke-Bongartz

 

Heiraten im Aachener Dom – das ist hier eine Glaubensentscheidung für das Sakrament der Ehe.

 

Heiraten im Aachener Dom ist so gefragt, dass es sich tunlichst empfiehlt, mindestens 6-9 Monate vor dem Wunschtermin eine Terminvoranfrage bei Gertrud Reinartz (T. 0241-47709-0), der guten Fee im Sekretariat des Aachener Domkapitels, zu starten – findet doch nur jeden Samstag um 11.15 Uhr im Aachener Dom eine Trauung vor dem Hauptaltar statt. Doch bis es so weit ist, sind einige Regularien zu beachten:
Die kirchenrechtlichen Voraussetzungen müssen als erstes erfüllt sein. Was dies bedeutet, erfährt das Brautpaar genauer beim ersten Termin mit dem Domseelsorger. Danach vereinbaren die Brautleute mit ihm dann die Treffen zur Vorbereitung zwecks inhaltlicher und organisatorischer Fragen. Hierbei liegt der besondere Schwerpunkt auf der Glaubensentscheidung für das Sakrament der Ehe. Heißt also, nur in einem ausgefallener Trauort heiraten zu wollen, ist kein ausreichendes Motiv.

Im Aachener Dom heiraten zu dürfen, setzt in erster Linie den Glauben an das Sakrament der Ehe voraus. Katholiken wissen, was das heißt! 

Heiraten im Aachener Dom

 

In Aachen kostet eine Trauung im Dom eigentlich nichts, aber natürlich heiratet man hier nicht umsonst. Es ist üblich – wenn man kann und will – einen Betrag nach eigenem Ermessen zu spenden. Die Orgelmusik ist frei, wenn nicht Sonderproben anfallen.

Der Blumenschmuck aber wird entweder bei einer dem Dom bekannten Gärtnerei bestellt, und ist dann schon in der Spende mit enthalten, oder man wählt dort die Blumendekoration nach eigenem finanziellen und geschmacklichen Ermessen. 

 

Bedingung für eine Trauung im Aachener Dom ist auch, dass mindestens ein Partner katholischen Glaubens ist. Bei konfessionsverschiedenen Eheleuten kann zusätzlich ein – z.B. evangelischer – Pfarrer anwesend sein. Doch ganz wichtig ist zu wissen, dass die Trauvollmacht beim Pfarrer des katholischen Partners in dessen jeweiliger Wohnortpfarrei liegt! Sind beide Partner katholisch, kommen aber aus unterschiedlichen Wohnorten, können sie sich auf einen Pfarrer einigen, der dann das sogenannte Ehevorbereitungsprotokoll erstellt und nach Aachen zum Domseelsorger schickt. 

(Da der Aachener Dom keine Pfarrei hat, gibt es dort auch keinen Dompfarrer sondern diese Position wird durch den sogenannten Domseelsorger erfüllt.)


Doch wer heiratet vorzugsweise im Aachener Dom? Oft sind es Studenten, die sich beim Studium in Aachen kennen und lieben gelernt haben. Oft sind es auch „Weggezogene“, die aber über kurz oder lang nach beruflicher Tätigkeit z.B.  wieder „nach Hause“ kommen möchten, und oft sind es auch ganz einfach Menschen aus Aachen und aus ganz Deutschland, denen besonders am Herzen liegt, dass sie das Sakrament der Ehe in einem solch ehrwürdigen und wunderschönen Dom feiern wollen. Immer aber sind es, glaube ich, Menschen, die den Start in ein Leben zu Zweit ganz besonders begehen möchten und die sich durchaus darüber im Klaren sind, dass ihnen dieses  auch Dank des großartigen Bauwerkes und seiner mächtigen Wirkung bis an ihr Lebensende in bester Erinnerung bleiben wird. 

Einzige Bedingung bezüglich der Konfession ist, dass mindestens ein Partner katholischen Glaubens ist. Heiraten im Aachener Dom Kein anderes Denkmal ist so sehr mit Kaiser Karl dem Großen verbunden, wie der Aachener Dom. Die Pfalzkapelle oder Münster genannt, wurde von Karl dem Großen (ca. 747/8-814) um 800 erbaut und ist einer der best erhaltenen Bauten der Karolingerzeit. Auch in der europäischen Architekturgeschichte nimmt der Aachener Dom eine sehr wichtige Stellung ein.

Karl der Große erbaute seine Pfalzkapelle gegen Ende des 8. Jahrhunderts in Aachen neben seiner neuen Reichsresidenz über dem Altar einer kleinen Kapelle, die schon sein Vater Pippin errichten ließ. Dem Baumeister Odo von Metz ist es zu verdanken, dass west- und oströmische Bautradition in diesem einzigartigen Baudenkmal verwirklicht wurde. Es gelang ihm damit, auch dem religiösen und politischen Gedankengut von Karl dem Großen, ein Denkmal zu setzen.

Theologisch gesehen stellen der Karolingerbau und die 600 Jahre später errichtete Chorhalle ein Abbild des „himmlischen Jerusalems“ dar. Der Dombau blieb über Jahrhunderte der erste große kuppelüberwölbte Bau nördlich der Alpen und für 4 Jahrhunderte der höchste gewölbte Innenraum dort. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom außerdem 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Es ist daher von außerordentlichem Glück zu erzählen, wenn es gelingt, in dem Aachener Dom nicht nur getraut, sondern auch getauft zu werden. Dies ermöglichen viele Brautleute (70 Taufen alleine in 2010) ihrem späteren Nachwuchs Dank der besonderen Bindung zu ihrem großartigen und einmaligen Trauort!

 

Frau Gertrud Reinartz Tel.: 0241-47709-0 www.aachendom.de