Erst Wohnungskauf dann Hochzeit!

Veröffentlicht am: Freitag, 10. Juni 2011 von Ulrike Luecke-Bongartz in: Allgemein

Junge Leute heiraten in China immer öfter erst nach dem „Nestbau“

Es kommt selten vor, dass allgemein gültige, statistische Zahlen über Hochzeit und Heirat und Eheschließungen aus China in den Westen gelangen, doch dieses Mal hat sich das Magazin Xinhua – diese Quelle wurde jedenfalls genannt – ziemlich deutlich geäußert.

Einer neuen Umfrage nach liest man, sind fast 25% der jungen Stadtmenschen in China nicht bereit sind zu heiraten, wenn sie noch keine eigene Wohnung besitzen. Es werden sogar Hochzeitstermine verschoben, solange „der Kaufvertrag nicht unter Dach und Fach“ ist, würde man hier sagen.

Natürlich ist daher bei 21,3 Prozent der heiratswilligen Paare die logische Konsequenzen, dass auch das Nachwuchsthema erst dann in den Blick kommt, wenn man nicht mehr zu Miete wohnt. In China gibt es ja sowieso immer noch die „Einkindelternschaft, da das Bevölkerungswachstum auch die Chinesische Führung in vielerlei Hinsicht vor viele Aufgaben stellt, die nicht so ohne Weiteres zu lösen sind.

Fast 70 Prozent , meist jüngerer Leute im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die in Groß-, Mittel-, oder selbst in kleinen Städten wohnen, würden gar nicht erst heiraten, solange sie noch zur Miete wohnen. Das bedeutet also, dass es doch einen sehr hohen Stellenwert in China hat, im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu leben. Man kennt auch bei uns schon lange den Ausspruch der Engländern: „My home is my castle“, dass aber auch die chinesische Jugend Wohnungseigentum als einen großen Sicherheitsfaktor ansieht, ist schon interessant.

Kommt noch hinzu, dass die Immobilienpreise in China in den Städten rasant steigen. Da bleibt dann meist nicht viel Geld für große Hochzeitsfeierlichkeiten übrig. Aber wenn die eigenen Wohnung dann „geschafft“ ist, dann lassen es sich viele junge Chinesinnen und Chinesen nicht nehmen, ihre anstehende Heirat schön zu feiern.

Die chinesische Regierung jedenfalls hat schon ernsthafte Überlegungen angestellt, wie sie den völlig überhitzten Wohnungsmarkt in den Griff bekommen kann, denn auch in China ist bekannt, dass zufriedene Eheleute auch zufriedene Staatsbürger und Mitarbeiter sind. Und wenn fast 66% der in kleineren Städten wohnende Chinesen sich wegen der Wohnungspreise und der rasanten Entwicklung unter Druck fühlen, ist das weder gut für sie selber, noch gut für die Regierung, noch gut für den Rest der Welt! Am wenigsten aber für die heiratswilligen Paare und ebenso wenig für die Hochzeitsausstatter!