Ein Meisterstück als Morgengabe – Was von Herzen kommt lässt die Herzen höher schlagen

Veröffentlicht am: Donnerstag, 4. September 2014 von admin in: Allgemein

Hallo, tatsächlich, da ist es, glitzernd und mit echten Diamant- und Edelsteinen geschmückt und fein versteckt unter dem Kopfkissen, strahlt es die jungvermählte Braut nach der Hochzeitsnacht an: das Geschenk nach der Nacht der Nächte. So war es früher, so ist es auch oft noch heute. Gemeint ist die Morgengabe. So nannte man ursprünglich das Geschenk, welches der neue Ehemann der Frau am Morgen nach der Hochzeit machte. Liebevoll streift der junge –oder nicht mehr der ganz junge- Ehemann seiner Frau den Ring über den Finger, als „Partner“ zum Ehering. Oder es ist eine hübsche Halskette, es sind Ohrstecker, es ist ein Gutschein für eine überraschende Reise, jedenfalls ein Geschenk als Morgengabe. Was von Herzen kommt lässt auch Herzen höher schlagen, für Sie und für Ihn!

Am Morgen nach der Hochzeitsnacht, so nennt man das Geschenk, was immer es auch ist, eine Morgengabe, daher stammt der Name. Es ist schon lange her, gilt aber noch in vielen Kulturen heute noch, eine Morgengabe als eine Entschädigung für die verlorene Jungfräulichkeit. Das ist nicht unbedingt prüde oder altmodisch. Das muss jedes Paar so halten, wie es das für sich wünscht.

Spuren dieser Einrichtung finden sich schon in den ältesten deutschen Gesetzen. Das österreichische Gesetz aus dem Jahre 1811 wurde erste Ende Juli 2009, also vor wenigen Wochen erst, vom Nationalrat aus dem österreichischen Gesetzbuch gestrichen. Die Morgengabe war früher ziemlich allgemein und ihre Größe wurde oft auch im Ehevertrag bestimmt; später fand sie nur im reichen Bürgertum und beim Adel statt. Bei den sogenannten „unstandesmäßigen“ Ehen vertrat sie die Stelle eines vollkommenen Abfindens,  und von ihr hatte die Frau alle Ausgaben für sich und ihre Kinder zu bestreiten. Doch die Morgengabe galt auch als Mitgift oder als finanzielle Hilfe für eine frühe Witwenschaft. Man erzählt sich auch, dass die Morgengabe im Norden unseres Landes weniger bekannt gewesen sei. Im Süden allerdings waren die Bräute sehr rabiat, wenn sie keine erhielten: Da warfen sie dem Frischvermählten die Kochtöpfe hinterher! Der wusste dann, was für ihn in der Zukunft blühte, beziehungsweise schepperte.Tja, im Freistaat Bayern ist eben alles anders. Oder sind noch andere südlichen Gefilde gemeint?

Etwas Anderes ist die gesetzliche oder sächsische Morgengabe, worunter man diejenigen beweglichen Sachen verstand, die eine adelige Witwe nach dem Tode ihres Mannes aus dessen Gütern bekommen musste. Dahin gehörten alles feldgängige Vieh weiblichen Geschlechtes, Schafe und Gänse, zugelegtes Bauholz oder auch nicht eingefügte Zaunstöcke.  Selten wurde die sächsische Morgengabe in Naturalien oder Grundstücken verliehen, vielmehr verglichen sich gewöhnlich die Erben des Mannes mit der Frau über eine gewisse Geldsumme, die sie erhielt. Durch das Mandat vom 31. Januar 1829 wurde die Morgengabe im Königreich Sachsen aufgehoben.

Bei Martin Luther sieht das schon wieder anders aus. Hat er einen Übersetzungsfehler gemacht, als er den lateinischen Bibeltext ins Deutsche übersetzte? Denn bei ihm wird durch Morgengabe diejenige Summe bezeichnet, welche der Vater des Bräutigams an die Familie der Braut, als Kaufpreis der letzteren, zahlt. Wie unromantisch! Das würde sich heute wohl kaum eine Braut gefallen lassen. Ein Kaufpreis! Lieber spricht man von Liebe! In der islamischen Rechtsverordnung ist die Brautgabe bis heute noch von traditioneller und ernsthafter Bedeutung.

Morgengabe hin, die Art des Geschenkes ist eigentlich egal, Hauptsache, es gefällt und kommt gut an. Denn eine alte Weisheit verspricht bei einer wirklich gelungenen Morgengabe bis heute, dass es viel Glück in der Ehe geben wird, wenn der Bräutigam morgens eine Gabe unter das Kopfkissen legt. Dennoch ist es irgendwie immer noch –und das durch viele Jahrhunderte – eine Quizfrage: Morgengabe wieso, wie, was und warum? Da geben wir der glücklichen Zukunft des Paares nach einer wunderschönen Morgengabe den Vorzug!