Bald Trauungen in der Staatsvilla Hammerschmidt am Rhein möglich

Veröffentlicht am: Donnerstag, 30. Dezember 2010 von admin in: Allgemein, heiraten, Locations

Ja-Sagen in dem Haus des Bundespräsidenten in Bonn: In der Villa Hammerschmidt  – Bonner OB Jürgen Nimptsch dankt Bundespräsidenten – Schwimmendes Standesamt mit „Moby Dick“

Villa Hammerschmidt am Rhein

Villa Hammerschmidt am Rhein © Presseamt der Stadt Bonn

Ein ganz besonders Neujahrsgeschenk für Brautpaare „packte“ jetzt der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch aus, ein besonderes Geschenk für alle diejenigen, die in der Bundesstadt heiraten wollen und das mit viel Stil und einem besonderen Ambiente: Freudestrahlend meldete es jetzt der OB an alle diejenigen, die sich das Ja-Wort in diesen traditionellen Haus am Rhein und im Regierungsviertel geben wollen, was der Bundespräsident Christian Wulff jetzt möglich machte“, bezeichnete Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Nachricht aus dem Bundespräsidialamt, dass künftig auch in der Villa Hammerschmidt geheiratet werden kann. Der OB dankt Bundespräsident Christian Wulff für die Bereitschaft, die Türen seines Bonner Amtssitzes zu ausgewählten, im Detail noch zu verabredenden Terminen tageweise für standesamtliche Trauungen zu öffnen. Das Verfahren und die Termine werden Ende Januar zwischen dem Standesamt und dem Bundespräsidialamt festgelegt. Damit wird ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte der Villa an der Adenauerallee aufgeschlagen. (Siehe Artikel: „Residenz für Zuckerkönige und Bundespräsidenten“)

Die Idee hatte die Amtsleiterin der Bürgerdienste, Eva-Maria Zwiebler. Ministerialrat Dieter Kalthoff, dessen Referat für die Verwaltung der Villa zuständig ist, hatte das Bonner Anliegen dem Bundespräsidenten vorgetragen. Christian Wulff, der sich in seiner Amtszeit verstärkt auch für Familien einsetzen wird, hatte Verständnis für die Bitte aus Bonn und stimmte zu. Bei seinem ersten offiziellen Besuch in der Villa im August diesen Jahres hatte der Bundespräsident die politisch-historische Rolle Bonns für die Bundesrepublik Deutschland und für die deutsche Demokratie hervorgehoben.

Denn diese Villa am Rhein in einem sehr gepflegten Park mit hohen, alten Bäumen und großen Terrassen sowie einem sehr gepflegten Interieur hat schon ihre eigene Geschichte geschrieben.

© Fichtelgebirgsmuseum

© Fichtelgebirgsmuseum

So betitelte man diese Villa Hammerschmidt auch als „Residenz für Zuckerkönige und Bundespräsidenten“, und jetzt auch für Brautpaare. Warum ab er Zuckerkönig? Da gibt es eine eigene Geschichte mit dem Titel: Familie Koenig – Zuckerkönig, Villenbesitzer und Museumsgründer. Denn im Jahre 1868 kaufte Leopold Koenig, der Vater des Zoologen Alexander Koenig, das Haus. Koenig galt als „Zuckerkönig“, der es in St. Petersburg zu Reichtum gebracht hatte. Sein Sohn gründete das „Zoologische Reichsmuseum Alexander Koenig“ schräg gegenüber an der damals Koblenzerstraße genannte in der heutigen  Adenauerallee, in dem 1948 die Eröffnungssitzung des Parlamentarischen Rates stattfand, der Mütter und Väter des Bonner Grundgesetzes.

Leopold Koenig ließ die Villa durch den Architekten Otto Penner umbauen. Seit dieser Zeit ist sie nicht mehr wesentlich verändert worden. Der Industrielle und Geheime Kommerzienrat Rudolf Hammerschmidt erwarb die Villa 1899. Auch er verdiente sein Geld als Zuckerfabrikant. In dieser Zeit galt die Villa Hammerschmidt als ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Bonns. Nach 1929 war die Villa verpachtet und in Wohnungen aufgeteilt. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie zum Glück schadlos. Von 1945 bis Ende 1949 war sie von den alliierten Besatzern beschlagnahmt.

Die Bundesrepublik erwarb die Villa Hammerschmidt: Es war der 5. April im Jahre 1950, da kaufte die Bundesrepublik Deutschland den Grundbesitz von den Erben Rudolf Hammerschmidts zum Preis von 750 000 DM. Er wurde zum Amtssitz des Staatsoberhauptes hergerichtet. In 45 Jahren bis zum Umzug des Bundespräsidenten in seinen Berliner Amtssitz, in das Schloss Bellevue, besuchten fast alle gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäupter und Regierungschefs der Welt das Weiße Haus am Rhein. 1951 zog als erster Bundespräsident Theodor Heuss in die Villa ein (Die Bonner nannten den freundlichen, geselligen Mann „Papa Heuss“). Schon für ihn war die Villa Amts- und Wohnsitz. Die Einrichtung wurde aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengetragen: Möbel, Bilder und Teppiche aus Museen und Schlössern sind Leihgaben der Bundesländer. Auch für seine Nachfolger war die Villa Hammerschmidt Amts- und für viele auch Wohnsitz. Hier residierten die Bundespräsidenten Heinrich Lübke, Gustav Heinemann, Walter Scheel, Carl Carstens, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog, der 1994 in die Bundeshauptstadt Berlin umzog. Für Johannes Rau und Horst Köhler war die Villa von Beginn ihrer Amtszeiten Bonner Dienstsitz. Und heute ist diese Villa der zweite Amtssitz des Bundespräsidenten in Bonn.

© Fichtelgebirgsmuseum

© Fichtelgebirgsmuseum

Die Villa gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Bundesstadt. Sie erlebte am 7. Januar 1952 den ersten Neujahrsempfang des damaligen ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. Entstanden ist sie 1862/63 nach Plänen des Architekten August Dieckhoff. Als Neubau wurde sie in diesen Jahren in den Bonner Adressbüchern erwähnt. Eigentümer war damals Albrecht Troost. Bonn galt Mitte des 19. Jahrhunderts als „Stadt der Millionäre“, die viele wohlhabende Industrielle als „Rheinische Riviera“ zum Wohnsitz wählten.

Und heute: Außer im Standesamt an der Poppelsdorfer Allee sowie in den Rathäusern der Stadtteile Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg stehen als außergewöhnliche Orte für Zeremonien bei Hochzeiten und Lebenspartnerschaften das Alte Rathaus – dort wird nach Abschluss der Renovierungsarbeiten vermutlich ab Mitte des Jahres wieder getraut – , die Bönnsche Bimmel, die Godesburg, das Heimatmuseum Beuel und das Schlosshotel Kommende Ramersdorf zur Verfügung.

Und dann noch eine weitere Besonderheit im Bundesbonn: Außerdem können Paare sich ab April 2011 auch auf Schiffsplanken trauen: Das Rheinmotorschiff „Moby Dick“ von der Bonner Personenschifffahrt wird als erstes schwimmendes Standesamt in Bonn am Ufer vertäut liegen. So informierte jetzt als „besonders Weihnachtsgeschenk das Presseamt der Stadt Bonn. Erst nach der Zeremonie kann das Schiff ablegen. Na, wenn das keine gute Information ist für die Hochzeitspaare in Bonn für 2011!

Wer also Pläne hat für die kommende Hochzeit im neuen Jahr 2011, der informiere sich:

Internet: www.bonn.de | Stadt Bonn bei Twitter: www.twitter.com/bundesstadtbonn

 

Ein Kommentar

  1. Benjamin 19. Januar 2011 um 2:43

    Das wird dann wohl die exclusivste Hochzeitslocation im gesamten Bundesgebiet. Glückwunsch denen die es sich leisten können dort zu heiraten!

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